Anfrage zur Förderung der Elektromobilität insbesondere zum Problem der nachträglichen Installation der Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern (Miet- und Eigentumswohnungen)

Anfrage zur Förderung der Elektromobilität insbesondere zum Problem der nachträglichen Installation der Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern
(Miet- und Eigentumswohnungen)

Lieber Tarek,

für den potentiellen Nutzer und Käufer eines Elektrofahrzeugs ist die Frage des Ladens der Batterie der wichtigste „Knack“-punkt. Das ist völlig unabhängig von der Marke des gewünschten Fahrzeugs. Als Einfamilienhausbesitzer haben wir schon vor drei Jahren einfach selbst gehandelt. Wir haben einen örtlichen Elektroinstallateur beauftragt, eine Wallbox bis 11 KW Ladeleistung zu montieren. Innerhalb von zwei Monaten nach Auftragsvergabe waren die fünfadrige Stromleitung (6 mm Leitungsquerschnitt), die Wallbox und die notwendigen Leitungsschalter in der Hausinstallation installiert. Seither funktioniert das Laden unserer beiden E-Autos vor und in der Garage völlig problemlos über Nacht. Leider trifft unsere individuelle privilegierte Situation auf zahlreiche Kaufinteressenten für ein Elektrofahrzeug nicht zu.

Anbei senden wir Dir das Schreiben eines ziemlich „frustrierten“ Hausverwalters, um Dich auf die realen Hindernisse vor Ort beim Aufbau einer Ladeinfrastruktur aufmerksam zu machen. Herr Reinecke verwaltet in einem Haus mit 39 Eigentumswohnungen in Bad Nauheim auch die zugehörigen 45 Tiefgaragenplätze. In seinem Brief an die Bad Nauheimer Fraktion der Grünen beschreibt er sehr
anschaulich, warum sich die Bewohner des Hauses wohl eher nicht für die Anschaffung eines E-Autos entscheiden werden.

Zitat „Wenn nicht alsbald eine Änderung des WEG erfolgt, werden sich die Bewohner ein Auto mit Verbrennungsmotor anschaffen, das dann wieder 15 Jahre gefahren wird. Die Eigentümer verlieren
das Verständnis dafür, dass permanent die Notwendigkeit der Elektromobilität von der Regierung propagiert wird, aber sie selbst nicht in der Lage ist, die einfachsten Grundlagen dafür zu schaffen. Solange, so die Aussage der Bewohner, keine Möglichkeit besteht, in der Tiefgarage zu laden, werden sie sich kein Elektroauto anschaffen. Dabei kostet die Installation dem Staat keinen Cent. Dennoch sollten nicht nur öffentlichen Ladestationen finanziell gefördert werden, sondern auch private- insbesondere in Liegenschaften mit großer Tiefgarage.“

Herr Reinecke hat uns gebeten, in der Sache aktiv zu werden. Er hat uns ausdrücklich gestattet, sein persönliches Schreiben zu verwenden, um auf die bürokratischen Hindernisse im Ausbau der Ladeinfrastruktur aufmerksam zu machen. Daher lautet unsere Frage an den Wirtschafts- und Verkehrsminister:

Was können wir grüne Kommunalvertreter diesem Mitbürger vernünftigerweise antworten?
Welche Fördermöglichkeiten können wir auf kommunaler Ebene initiieren? (Grundsätzlich sind unsere Stadtwerke innovativ und für Erneuerbare Energien aufgeschlossen)?
Was plant die Landesregierung zur Unterstützung des Ausbaus der Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern (für Miet- und für Eigentumswohnungen)?

Herzliche Grüße aus der Kurstadt Bad Nauheim
Dr. Martin Düvel